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Die Lehrwerkstatt im Werk I

- Weihnachtsfeiern und Weihnachtsarbeiten. Von Holger Schimkus

Weihnachten 1967 Muh5b

Wie auch schon in der Vergangenheit von der Geschäftsleitung genehmigt, wurden von den Lehrlingen auch 1967 so genannte Weihnachtsarbeiten gefertigt.

Es entstanden schöne Stücke, die (wer weiß) vielleicht auch noch heute existieren. Die Arbeiten wurden dann in einer Ecke unseres Aufenthalts- Ausbildungs- und Umkleide-raumes aufgebaut.

Beliebt waren in dieser Zeit die neu auf dem Markt gekommenen und teuren Leifheit – Klapptische.

In diesem Jahr wurden gleich zwei von den praktischen Tischen gefertigt. Man konnte sie in der Höhe verstellen, die Platte neigen, unter das Krankenbett schieben und – wenn man das Querbein einklappte – leicht zwischen einem Schrank und Wand platzsparend aufräumen.

Klaus Urban (Maschinenschlosser – Lehrling) fertigte den Ständer für eine Bohrmaschine.

 

Rechts stand der Weihnachtsbaum und man fand sich vor der Weihnachtsfeier aber noch zum Gruppenfoto ein. Dazu wurde unser „Haus- und Hof – Fotograf!“ der Firma einbestellt. Er dokumentierte das Jahr über die Menck– Maschinen.

Weihnachten 1967 MuH1b

v.l.n.r: Meister Ernst Ramm, Holger Schimkus (Dreher-L), ? Henninger (MaschSchl-L), Kistner (MaschSchl-L), Wolfgang Berg (MaschSchl-L), Ulrich Sommer (Elektriker-L), Klaus Urban (MaschSchl-L), Lehrgeselle Hornbogen und Herbert Schweitzer als Meister und Ausbildungsleiter. In der hinteren Reihe v.l.n.r: Peter Bluhm (MaschSchl-L), Klaus Peter Farke (MaschSchl-L), Manfred Düring (MaschSchl-L) und Reinhard Jessen (MaschSchl-L).

Hinter Ernst Ramm (links) war der Durchgang zu seiner Dreherei. Gegenüber (rechts, außerhalb des Bildes) ging es zur Maschinenschlosser – Werkstatt. Die Tür hinter dem Lehrgesellen war der Durchgang zu den Waschbecken und zu den Toiletten. Dort befand sich auch eine große Tür nach außen in den Hof. Diese Tür stand im Sommer auf, um die Hitze aus den Räumen der Lehrwerkstatt herauszubekommen. Wir waren unter dem Dach untergebracht!

Unter uns gab es die Elektriker – Werkstatt. Ganz unten in der Halle unter den Elektrikern waren – soweit ich mich erinnern kann - die Lackierer. Zu uns kam man über eine Treppe. Ehrlich gesagt, wenn es gebrannt hätte, wären wir da oben verloren gewesen. Eine Flucht wäre nur durch die Dreher – Lehrwerkstatt, hinaus durch das Fenster auf das Dach möglich gewesen.

 

Weihnachten 1967 MuH7b

Klaus Peter Farke (Maschinenschlosser – Lehrling) hat den vorderen linken Tisch gebaut. In der Mitte vor dem Bücherregal steht eine von Holger Schimkus (Dreher – Lehrling) zur Vase umgearbeitete Messing - Kartusche (Marine-Munition). Wer die Zeitungsständer, Stand – Aschbecher und die aus Messingblech getriebenen Vasen gefertigt hat, ist leider nicht dokumentiert.

 Weihnachten 1968 MuH4b

 Bei diesen Arbeiten konnte man endlich seine eigenen Ideen verwirklichen und war nicht an den vorgegeben Werkstücken gebunden! Trotzdem schlichen die Ausbilder Herr Schweitzer (Leiter Lehrwerkstatt, zugl. Meister Maschinenschlosser) und Herr Ramm (Dreher –Meister) um uns herum. Selbstverständlich gab es gute Tips und leider auch Rüffel für Pfusch.

Ich hatte auf der Rückseite des Bildes die Namen des Lehrjahres 1968 vermerkt: Meyn und Pegmann haben jeweils einen Weinflaschen – Kipper gebaut. Ein Lehrling Wolf baute einen Briefkasten, Lehrling Flügge fertigte die Garderobenhaken. Ja, ich war auch noch vertreten! Ich baute mir, nach intensivem Zureden meines Meisters (Ernst Ramm) eine Kanone Kal 20 mm (sie existiert immer noch!). Ich wollte eigentlich gar nicht. Funktioniert immer in der Silvesternacht als „China – Böller – Kanone“. Es gibt mächtige Schläge! Wer baute das Buchregal, wer den Gewehrständer (rechts im Bild)?

Dann gab es für uns eine kleine Weihnachts-feier. Der Tisch wurde entsprechend eingedeckt und wir zogen uns um in Straßenkleidung. Erst aus dem Jahr 68 sind Aufnahmen der Feier verfügbar. Sie kommen also noch!

Waren wir 1967 wirklich nur 9 Lehrlinge? Die wegen der allgemeinen Baukrise von der Firmenleitung zusammengeschrumpfte Belegschaft hatte insgesamt auch Auswirkungen auf die Anzahl der Ausbildungsplätze. So hatte ich als Dreher – Lehrling im Lehrjahr 1968 keinen neuen Lehrling, dem ich das Fegen und Putzen hätte „überlassen“ können. Das blieb an mir hängen! Erst 1969 wurden wieder 2 neue Dreher – Lehrlinge eingestellt.

 

Im Jahr 1968 – so scheint es mir jedenfalls – ist die Anzahl der Weihnachtsarbeiten etwas „dürftig“ ausgefallen. Waren es wirklich nur noch 6 Lehrlinge in diesem Jahr?

Diesen Eindruck habe ich, wenn ich mir die Bilder anschaue! Viel war es nicht, oder? Wenn auch nur das 1. Lehrjahr mit Weihnachtsarbeiten vertreten war, so feierten wir doch alle gemeinsam. Ab dem 2. Lehrjahr marschierte man durch die verschiedenen Arbeitsbereiche in den 5 Werken und sah sich nur noch selten.

Weihnachten 1968 MuH8b 

 v.r.n.l: Ulrich Sommer (Elektriker-L), Rainer Kollrich (Elektriker-L), Klaus Urban (MaschSchl-L) Holger Schimkus (Dreher-L), Helmut Riemer (Dreher-L), Holger Ströh (Dreher-L),

Weihnachten 1968 MuH10

 Der Herr Sommer ! Freut er sich nicht über Rum?

Weihnachten 1967 MuH2b

Auf diesem Foto kenne ich nur noch den Namen von Klaus Peter Farke (MaschSchl-L)

Wer sich entdeckt hat und mir schreiben möchte:   Schimkus-Fam( at)t-online.de